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G7-Gipfel im französischen Biarritz: “Die Welt muss mit Trump auskommen”

G7-Gipfel im französischen Biarritz: “Die Welt muss mit Trump auskommen”




US-Präsident Donald Trump besänftigt, dem Regenwald Hilfe angeboten, den festgefahrenen Atomkonflikt mit dem Iran wieder in Bewegung gebracht und befürchtete Ausschreitungen verhindert: Mission erfüllt – das kann sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Abschluss des G7-Gipfels in Südfrankreich auf die Fahnen schreiben (mehr zu den Hintergründen lesen Sie hier). “Der Gipfel ist alles in allem unfallfrei zu Ende gegangen”, bilanziert das “Straubinger Tagblatt”. “Das ist mehr, als man erwarten konnte.” Denn, so kommentiert es auch die “Allgemeine Zeitung” aus Mainz: Trump bleibt “unberechenbar”. Vor gut einem Jahr endete der Gipfel im Eklat, als Trump die Abschlusserklärung nachträglich per Tweet aufkündigte. Dieses Jahr schien alles anders. Warum? Und was ist davon zu halten? Die Pressestimmen.So kommentieren Medien das G7-Gipfeltreffen”Allgemeine Zeitung” (Mainz): “Hat da einer listig Kreide gefressen, wie der Wolf, der im Märchen seine Stimme feiner klingen lassen will, um die sieben Geißlein zu übertölpeln und zu fressen? (…) Bis zum Beweis des Gegenteils bleibt Trump unberechenbar. Dass er schon im Wahlkampf für seine zweite Präsidentschaftskandidatur ist, macht die Sache eher komplizierter. Aber es hilft nichts. Die Welt muss mit ihm auskommen. Und hoffen.””Südkurier” (Konstanz): “Wie tief das deutsch-amerikanische Verhältnis zerrüttet ist, zeigt sich schon allein daran, dass der US-Präsident noch nie im Land seiner Ahnen zu Besuch war. Trump will das Versäumnis nun nachholen – wenn er denn Wort hält. Der Ärger mit den Dänen um Grönland ist Warnung genug. Die Visite beim Nachbarn ließ der US-Präsident platzen, weil die Gastgeber in Kopenhagen über seine abstrusen Kaufabsichten den Kopf schüttelten. Auch für Deutschland ergibt ein Staatsbesuch nur dann Sinn, wenn beide Seiten gewillt sind, über alle Punkte, die sie trennen, ernsthaft zu reden. Sollte Trump dazu nicht bereit sein, bleibt er besser zu Hause. Sorry, aber Neuschwanstein oder den Bodensee verkaufen wir nicht.” G7-Gipfel Biarritz 1745″Straubinger Tagblatt”: “Der Franzose Emmanuel Macron hat in Biarritz vieles richtig gemacht. Mit der Einladung an den iranischen Außenministers hat er zwar den einen oder anderen Partner vor den Kopf gestoßen, doch hat er zugleich dokumentiert, dass er seine Vermittlerrolle ernst nimmt. Wichtig war auch, dass er die Amazonas-Waldbrände auf die Tagesordnung gesetzt hat. Es war klug, die Erwartungen nicht mit dem Entwurf einer Abschlusserklärung zu überfrachten. Schließlich kann man nie sicher sein, was sich Trump einfallen lässt. Der Gipfel ist alles in allem unfallfrei zu Ende gegangen. Das ist mehr, als man erwarten konnte.””Stuttgarter Zeitung”: “Macrons Strategie, keine Einigung zu allen, sondern ausgewählten Themen herbeiführen zu wollen, ging auf. Frankreichs Staatschef konnte sich als Akteur auf Augenhöhe mit Trump präsentieren. Sicher, ein Gastgeber darf glänzen. Macrons Auftritt könnte jedoch über den Gipfel hinaus wirken und die europäischen Kräfteverhältnisse weiter Richtung Paris verschieben.””Heilbronner Stimme”: “Die wichtigste Botschaft des letzten Gipfeltages von Biarritz lautet: Die Vertreter der G7 sprechen und beschließen miteinander. Selbstverständlich ist das leider nicht mehr. Twitter ist alles andere als ein Ersatz. Dass ein Gesprächsfaden mit Teheran geknüpft wurde und sich die Staaten auf eine, wenn auch kleine, finanzielle Hilfe im Kampf gegen die Amazonas-Brände verständigen konnten, sind Pluspunkte auf der Habenseite, ebenso die verbale Abrüstung zwischen Peking und Washington wie auch die angekündigte Deutschland-Visite des US-Präsidenten. Jedes Aufeinanderzugehen ist gut.”26-Trump gibt Diplomatie im Iran-Konflikt womöglich eine Chance-6077288689001″Westfälische Nachrichten” (Münster): “Fast wie aus einer Laune heraus kündigt der US-Präsident in Biarritz gegenüber der Kanzlerin einen baldigen Deutschland-Besuch an. Vielleicht ist es der ‘nette Versuch’, den Boden zu bereiten für eine Entspannung im Handelsstreit mit der EU. Vielleicht wollte Trump auch nur etwas ‘Nettes’ sagen. In den USA hat er für Merkel oft nur Häme übrig. Einen neuen ‘Deal’ wittert Trump vielmehr mit dem Iran. Der G7-Gipfel hat offenbar das Tor nach Teheran aufgestoßen. Deutschland wäre möglicherweise ein willkommener Platz für eine Zwischenlandung.”



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Publish date : 2019-08-27 04:20:00

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