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Tauschexperiment auf Sat.1: Plötzlich arm: Jessica Stockmann tauscht Monaco gegen Marzahn – und lernt nichts dazu

Tauschexperiment auf Sat.1: Plötzlich arm: Jessica Stockmann tauscht Monaco gegen




“Tauschexperiment” nennt Sat.1 sein Sendung “Plötzlich arm, plötzlich reich”, in der zwei Familien eine Woche lang Wohnung und auch die gesamte Existenz tauschen. Ein Format, das bestens dazu geeignet wäre, um gegenseitiges Verständnis herzustellen für unterschiedliche soziale Existenzen und Lebensformen.Die am Mittwoch ausgestrahlte Folge mit Jessica Stockmann hatte jedoch den gegenteiligen Effekt. Sie zeigte, weshalb die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird und die Gesellschaft auseinander driftet. Die ehemalige Frau von Tennisspieler Michael Stich scheiterte gründlich an der Aufgabe, sich in ein anderes Leben einzufühlen und Empathie zu entwickeln für Menschen mit weniger Geld.Jessica Stockmann lebt mit ihren Töchtern Nisha, 19, und Nicita, 14, in einer mondänen Villa in Monaco. Mit Haushälterin, Gärtner, einem großen Pool, direktem Blick auf die Côte d’Azur – und einem wöchentlichen Budget von 3700 Euro.Jessica Stockmann muss von 80 Euro lebenFür Sat.1 sollen die drei nun eine Woche lang in eine Mietwohnung in Berlin-Marzahn ziehen. Dort lebt die schwangere und verschuldete Yvonne Künzel mit ihren Kindern Alina und Adrian. Die können ihr Glück kaum fassen, als sie am Flughafen in Monaco von einer Limousine abgeholt werden. Die Stockmanns müssen sich derweil mit 80 Euro für sieben Tage durchschlagen.Die Sendung zeigt nun im Gegenschnitt, wie es den Familien in ihrem neuen Heim ergeht. Die Künzels wähnen sich verständlicherweise im siebten Himmel und genießen den ihnen unbekannten Luxus.Sat.1 streut nun ein wenig Pfeffer in die Angelegenheit, indem er den Familien die Erlebnisse der jeweils anderen Familie per Video vorspielt. Insbesondere bei Stockmann fällt auf, dass sie die Künzels nicht wirklich für voll nimmt. So findet sie deren Freude über das einwöchige Luxusleben “niedlich”.Burger statt Hummer – für Stockmann nicht nachvollziehbarInterview Jessica Stockmann_12.40Regelrecht gehässig kommentiert die 52-Jährige die Einkäufe der Berliner Familie, die vermutlich von der gigantischen Auswahl im französischen Supermarkt heillos überfordert war. Doch mildernde Umstände lässt Stockmann nicht gelten: “Der Einkauf hat gar keinen Sinn gemacht”, kritisiert sie. Die Künzels hätten sich für die teuersten, ungesündesten und am wenigsten schmeckenden Sachen entschieden. Ihr Fazit: “Der Einkauf war eine glatte Null.” Dass die Mutter mit ihren Kindern in Nizza Burger essen geht und nicht etwa Hummer – dafür hat die frühere Moderatorin nur abfällige Bemerkungen übrig.Aus all dem spricht der Dünkel eines Angehörigen der Oberschicht, der schon lange den Kontakt zu “normalen” Menschen verloren hat und nur noch zu einem mitleidig-gönnerhaften Blick fähig ist. Einen anderen Geschmack als den ihren lässt sie nicht gelten.Stockmann, das wird deutlich, fehlt es grundsätzlich am Verständnis für die Nöte anderer Menschen. Dass Yvonne Künzel ihr schmales Gehalt aufbessert, indem sie Sonntags auf dem Flohmarkt einen Stand aufbaut, kritisiert sie heftig – sie könne doch anders viel mehr Geld verdienen. Dass die Frau als Vollzeit-beschäftigte Angestellte aber die Genehmigung ihres Arbeitgebers bräuchte – das kommt ihr nicht in den Sinn.”Aber dann hat man auch keinen Pool”Überhaupt scheitert Jessica Stockmann daran, ihre eigene soziale Lage richtig einzuschätzen. Dass sie reich sei, weist sie vehement von sich – mit einer absurden Begründung: Als Kind habe sie sich unter reich vorgestellt, dass man mit dem Hubschrauber angeflogen kommt und eine 100-Meter-Yacht hat. “Das haben wir beides nicht, von daher sind wir ja nicht reich.” Logisch.Die Ex-Frau von Michael Stich scheint fest davon überzeugt, dass jeder so leben könnte wie sie, würde er nur hart genug arbeiten. “Wenn man keine Verantwortung möchte, muss man bei der Post arbeiten”, sagt sie. “Aber dann hat man auch keinen Pool.”Am Ende der einen Woche darf dann Stockmann wieder in ihrer Villa zurück. Sie hat endlich wieder einen Pool. Gelernt hat sie, dieser Eindruck drängt sich auf, dagegen nichts. 



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Author : Carsten Heidböhmer

Publish date : 2019-09-12 17:27:24

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