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Neue Biografie “Ich”: Elton John verrät: Das lief zwischen Richard Gere und Lady Diana

Neue Biografie “Ich”: Elton John verrät: Das lief zwischen Richard




Er schrieb Welthits wie “I’m Still Standing” und “Candle In The Wind“, verkaufte weltweit über 900 Millionen Platten und gilt als Legende des Pop und Rock: Am 15. Oktober erscheint die Biografie “Ich” von Elton John. Darin erzählt der Musiker erstmals die Geschichte seines wechselhaften Lebens und berichtet aus eigener Sicht über seine Karriere, sein Coming-out, seine Drogenvergangenheit und seine Freundschaften zu John Lennon und Prinzessin Diana. Der stern stellt vorab exklusiv eines der Kapitel als Leseprobe zur Verfügung. So begegnete Elton John Prinzessin DianaIch begegnete Diana zum ersten Mal 1981, kurz vor ihrer Heirat mit Prinz Charles. Es war auf der Party zu Prinz Andrews 21. Geburtstag auf Windsor Castle. Ray Cooper und ich sollten für das Unterhaltungsprogramm sorgen. Der Abend war rundum surreal. Das Schloss wurde von außen mit einer psychedelischen Lichtshow angestrahlt, und vor unserem Auftritt fand im Ballsaal eine Disco statt. Weil auch die Queen eingeladen war und niemand das königliche Zartgefühl verletzen wollte, wurde die Lautstärke der Disco so weit gedämmt, wie es möglich war, ohne die Musik ganz auszuschalten. Man konnte die eigenen Füße über den Fußboden scharren hören. Prinzessin Anne forderte mich auf, mit ihr zu Elvis Presleys “Hound Dog” zu tanzen. Wenn ich tanzen sage, meine ich eigentlich unbeholfen von einem Fuß auf den anderen zu treten und dabei möglichst wenig Lärm zu machen, um die Musik nicht zu übertönen. Als der DJ eine neue Platte auflegte, musste man die Ohren schon sehr weit aufsperren, um zu hören, wie “Hound Dog” in “Rock Around the Clock” überging. In diesem Augenblick erschien die Queen – wie immer mit ihrer Handtasche. Sie kam zu uns herüber und fragte höflich, ob sie sich anschließen dürfe. Jetzt versuchte ich also so lautlos wie möglich mit Prinzessin Anne und der Königin zu tanzen, die weiterhin fest ihre Handtasche umklammerte, während die vermutlich leiseste Disco der Welt Bill Haley spielte. […]Die Biografie “Me ” (Deutscher Titel “Ich”) erscheint am 15. Oktober im Heyne-Verlag und kostet 26 Euro.
© HeyneIch weiß, dass die Queen in der Öffentlichkeit nicht gerade ein Bild ausgelassener Frivolität abgibt, aber ich glaube, das hängt mit der Natur ihres Jobs zusammen. Das fiel mir bereits auf, als ich zum Commander of the British Empire ernannt und später zum Ritter geschlagen wurde. Sie musste volle zweieinhalb Stunden lang diese Orden verteilen und mit zweihundert Leuten, einem nach dem anderen, Small Talk halten. Die meisten hätten an ihrer Stelle wohl versucht, eine Reihe geistreicher Bemerkungen parat zu haben. Die Queen fragt einen nur, ob man gerade viel zu tun habe, worauf man mit “ja, Ma’am” antwortet, was sie mit einem freundlichen “wie schön” quittiert und dann weitergeht. Privat kann sie allerdings wirklich witzig sein. Auf einer anderen Party konnte ich beobachten, wie sie den Viscount Linley darum bat, nach seiner Schwester zu sehen, die sich auf ihr Zimmer zurückgezogen hatte, nachdem ihr übel geworden war. Als der Viscount mehrfach versucht hatte, sie abzuspeisen, schlug die Königin ihn sanft auf die Wange und warnte ihn nachdrücklich: “Leg dich” – KLATSCH – “nicht mit” – KLATSCH – “mir an” – KLATSCH – “ich bin” – KLATSCH – “DIE KÖNIGIN!” Das zeigte offenbar Wirkung. Als sie sich von ihm abwendete, sah sie, wie ich sie anstarrte, zwinkerte mir zu und ging davon.Doch ganz egal wie lustig oder normal die Königliche Familie auch wirken mochte, völlig gleich, ob sie sich über die Lackierung meines Aston Martin echauffierten, mich fragten, ob ich Kokain genommen habe, bevor ich auf die Bühne ging, oder mir zuzwinkerten, nachdem sie ihren Neffen ins Gesicht geschlagen hatten – in ihrer Gegenwart kam unvermeidlich der Moment, in dem ich mich seltsam fehl am Platze fühlte und dachte: “Das ist völlig absurd. Ich bin bloß ein Musiker aus einer Sozialwohnung an der Pinner Road, was mache ich hier?” Mit Diana war das anders. Ungeachtet ihres Status und ihres familiären Hintergrunds, war sie mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Unvoreingenommenheit gesegnet, kam sofort mit jedem ins Gespräch und besaß die Fähigkeit, einfach wie ein ganz gewöhnlicher Mensch zu wirken, sodass sich Menschen aller sozialen Schichten in ihrer Gesellschaft wohlfühlten. Ihre Kinder haben diese Fähigkeiten geerbt, insbesondere Prinz Harry: Genau wie seine Mutter hat er keinerlei Interesse an Grandezza oder Förmlichkeiten. […]Diana, eine echte KlatschtanteAn jenem Abend im Jahr 1981 betrat sie den Ballsaal, und wir spürten sofort eine Verbindung. Irgendwann taten wir so, als würden wir Charleston tanzen, während wir uns johlend über die Flüsterdisco amüsierten. Sie war die großartigste Gesellschaft, die man sich wünschen konnte, ein fantastischer Dinnergast. Sie nahm kein Blatt vor den Mund und war eine echte Klatschtante: Egal was man sie fragte, sie gab freimütig Antwort. Das einzig Eigenartige an ihr war die Art, wie sie über Prinz Charles sprach. Sie hat nie seinen Namen genannt, er war immer “mein Mann”, niemals Charles. Ein Kosename war völlig undenkbar. Das wirkte sehr distanziert, kalt und förmlich. […]Ich war von Diana überwältigt, aber das war gar nichts, verglichen mit dem Eindruck, den sie auf heterosexuelle Männer machen konnte. Sie schienen in ihrer Gegenwart völlig den Verstand zu verlieren. Sie waren einfach wie verhext. Als ich an “Der König der Löwen” arbeitete, kam Jeffrey Katzenberg, damals Chef von Disney, nach England, und wir [John und sein Ehemann David Furnish] gaben in Woodside eine Dinnerparty für ihn und seine Frau Marilyn. Ich fragte sie, ob es in England irgendjemanden gäbe, den sie unbedingt mal treffen wollten, und beide antworteten, ohne nachzudenken, “Prinzessin Diana”. Also luden wir Diana ein, außerdem George Michael, Richard Curtis und seine Frau Emma Freud, Richard Gere und Sylvester Stallone, die damals gerade alle im Land waren. Dabei kam es zu einer mehr als eigentümlichen Szene. Richard Gere und Diana waren offenbar vom ersten Moment an sehr voneinander angetan. Sie war bereits von Prinz Charles getrennt, Richard hatte gerade mit Cindy Crawford Schluss gemacht, und die beiden saßen vor dem Kamin, tief ins Gespräch vertieft. Während der Rest von uns miteinander plauderte, kam ich nicht umhin zu spüren, dass eine leichte Anspannung in der Luft lag. Nach den Blicken zu urteilen, die Sylvester Stallone ihnen zuwarf, kam der Anblick von Dianas und Richards neu erblühender Freundschaft bei ihm nicht besonders gut an. Ich kann mir vorstellen, dass er mit der festen Absicht zur Party gekommen war, Diana aufzureißen, nur um dann mit anzusehen, wie seine Pläne für diesen Abend überraschend durchkreuzt wurden.Gere und Stallone – fast flogen die FäusteSchließlich wurde das Essen aufgetragen. Wir gingen rüber ins Speisezimmer und setzten uns an den Tisch. Oder zumindest die meisten von uns. Von Richard Gere war nirgendwo etwas zu sehen, ebenso wenig von Sylvester Stallone. Wir warteten. Immer noch nichts. Schließlich bat ich David, nach ihnen zu sehen. Als er mit den beiden zurückkam, war er ungewöhnlich bleich im Gesicht. “Elton”, murmelte er. “Wir haben … ein Problem.” Nachdem David losgezogen war, um sie zu finden, hatte er Sylvester Stallone und Richard Gere im Flur entdeckt, wo sie sich voreinander aufgebaut hatten und offenbar kurz davor standen, ihre Differenzen über Diana mit den Fäusten auszutragen. David war es gelungen, die Situation zu beruhigen, indem er so tat, als würde er nicht bemerken, was vor sich ging. “Hey, Leute! Es gibt was zu essen!” Doch Sylvester war eindeutig sauer. Nach dem Essen zogen sich Diana und Richard Gere wieder vor den Kamin zurück, und Sylvester verließ irgendwann wutentbrannt das Haus. “Ich wäre nie hergekommen”, keifte er, als David und ich ihn zur Tür brachten, “wenn ich gewusst hätte, dass dieser beschissene Märchenprinz hier sein würde.” Um uns dann wissen zu lassen: “Hätte ich sie haben wollen, dann hätte ich sie mir genommen!” Wir schafften es mit Mühe und Not, zu warten, bis sein Wagen außer Sichtweite war, bevor wir losprusteten.Zurück im Wohnzimmer starrten sich Diana und Richard Gere immer noch verzückt in die Augen. Sie wirkte völlig unerschüttert. Vielleicht hatte sie nicht mitbekommen, was passiert war. Oder vielleicht passierte so etwas ständig, und sie war daran gewöhnt. Nach ihrem Tod fingen die Menschen an, vom Diana-Effekt zu sprechen. Damit meinten sie die Art und Weise, wie es ihr gelang, die öffentliche Meinung zur Königlichen Familie, Aids, Bulimie oder psychischen Krankheiten zu ändern. Doch wenn ich diesen Begriff hörte, musste ich jedes Mal an jenen Abend denken. Es gab eindeutig noch eine andere Art von Diana-Effekt. Einen, der Hollywood-Superstars so weit treiben konnte, dass sie sich bei einer Dinnerparty beinahe um ihre Zuneigung geprügelt hätten, wie ein paar idiotische, verknallte Teenager. […]Ich sprach dann länger nicht mehr mit ihr, bis zum Tag von Giannis [Versace] Ermordung. Nachdem John Reid mich über den Tod meines Freundes informiert hatte, war sie die Erste, die mich anrief. Ich weiß nicht einmal, wie sie an die Nummer gekommen war – wir hatten das Haus in Nizza noch nicht lange. Sie befand sich nur ein Stückchen weiter die Küste runter, in Saint-Tropez, auf der Jacht von Dodi Al-Fayed. […]Sie kam mit uns zur Beerdigung und sah mit ihrer Perlenkette und der Urlaubsbräune umwerfend aus. […] Als sie (in den Mailänder Dom Anm.d.Redaktion)hereinkam, drehten die Paparazzi in der Kirche durch. Man hatte das Gefühl, der größte Star der Welt wäre eingetroffen, und genau das war sie wohl auch. Die Fotografen ließen während des gesamten Gottesdienstes nicht von ihr ab, auch wenn ich vielleicht darauf hinweisen sollte, dass der berühmte Schnappschuss von ihr, auf dem sie mich vermeintlich tröstet, indem sie sich zu mir herüberbeugt und auf mich einredet und ich sie mit rot geweinten, von der Trauer ganz glasigen Augen anstarre, eigentlich nur zeigt, wie sie nach einem Minzdragee greift, das David ihr angeboten hat. Die warmen Worte des Trostes, die ihr in diesem Augenblick über die Lippen kamen, lauteten tatsächlich: “Gott, ein Polo[-Pfefferminz] wäre toll.”[…]Eines Sonntagmorgens gegen Ende August wurden wir vom Lärm des Faxgerätes geweckt. David ging nachschauen und kam mit einem handgeschriebenen Fax von einem Freund aus London zurück: “Was für grauenhafte Neuigkeiten. Tut mir so leid, das zu hören.” Keiner von uns wusste, was damit gemeint war. [..] Mit wachsender Panik schaltete ich den Fernseher ein. Und so fanden wir heraus, dass Prinzessin Diana gestorben war.Rocketman Elton John Trailer



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Publish date : 2019-10-10 06:19:39

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