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DHDL: “Der berührendste Pitch, den ich jemals hier gesehen habe” – Eine Urne rührt die Löwen zu Tränen

DHDL: "Der berührendste Pitch, den ich jemals hier gesehen habe" - Eine Urne rührt die Löwen zu Tränen




Eigentlich wollte “Die Höhle der Löwen” mit sommerlichen Produkten die Badesaison einläuten. Doch am meisten Eindruck machte eine Erfindung, die sich nicht mit dem Leben, sondern mit dem Tod beschäftigtEine Urne, bei der aus der Asche der Verstorbenen ein Baum wächst? Anhänger der Grabsteinkultur werden aufschreien – doch in der “Höhle der Löwen” waren die Augen feucht. Carsten Maschmeyer lehnte aus Pietät ein Investment ab. An so einer “liebevollen Innovation” wolle er nicht mitverdienen. Der eigentliche Grund könnte aber auch gewesen sein, dass es an dem Urnen-Startup nicht viel mitzuverdienen gibt.Die präsentierten Produkte: Bodywallet – Geldbörsen zum AufklebenEvertree – Urnen zum EinpflanzenHardcork – Skateboards aus Kork, Faser und HarzSummersaver – Anti-Wundreib-StickThe Makery – Plattform für kreative und handwerkliche WorkshopsDie metaphysischste Marke”Das ist einer der berührendsten Pitches, die wir hier gesehen haben – wenn nicht der berührendste.” Carsten Maschmeyer war high on emotions bei der Präsentation von Evertree. Die Urnen-Erfindung eines Geschwisterpaares aus Düsseldorf verbindet Bestattung mit Nachhaltigkeit. Jeder Urne sind Samen von Bäumen beigelegt. Das Motto der Gründer: “Wir möchten aus Friedhöfen Wälder machen.” Doch die zweifelsohne schöne Idee hat mehrere Haken.Einer: die Tradition. Er sei sich nicht sicher, sagte Maschmeyer, ob er die Asche seiner 2011 verstorbenen Mutter in einen Blumentopf umfunktioniert hätte. “Die Angehörigen müssen da schon über ihren Schatten springen.” Haken Nr. 2: der Friedhofszwang. Die Überreste eines Toten, auch in eingeäscherter Form, dürfen in Deutschland nur auf einem Friedhof beigesetzt werden. Bis sich das ändert, bleibt für Evertree als Markt also nur das Ausland – oder die Asche von Haustieren. Dagmar Wöhrl versprach, sofort nach der Sendung zum Hörer zu greifen und alle ihr bekannten Tierkrematorien anzurufen. Cash – bescheidene 75.000 Euro – kam von Nils Glagau. “Ich werde gerne viele Bäume mit euch pflanzen.”Der Gründer der HerzenWie ein Million Dollar Boy sieht Rouven, ein 45-jähriger Junggebliebener aus Hannover, nicht gerade aus. Wahrscheinlich brachte der Skateboard-Bauer und Gründer von Hardcork deshalb auch einen Business Angel mit zum Pitch, einen staubtrockenen Anwalt, der immer dann zum Einsatz kam, wenn es ums Finanzielle ging. Und da hatte das Duo ambitionierte Vorstellungen: Eine Million Euro rief es auf, eine in der “Höhle der Löwen” selten hohe Investitionssumme. Das Versprechen dafür: eine nachwachsende Alternative zu Carbon. Der wuschelige Tüftler hat ein Kork-Granulat entwickelt, das zusammen mit Fasern und Harz ein extrem hartes Material ergibt. Einsetzbar nicht nur für Skateboards und Surfbretter, sondern auch für Schiffe, Flugzeuge und Autos.Carsten Maschmeyer fiel dazu zunächst sein Grundstück in Südfrankreich ein, auf dem einige, zum Teil 200 Jahre alte Korkeichen stehen. “Ich liebe das!” Was er nicht liebte: das bisherige Auftragsvolumen von Hardcork. Das ist nämlich fast gleich null. “Wenn ihr Produkt so toll ist, wo sind dann die Aufträge?” Georg Kofler drückte es philosophischer aus: “Die Größe Ihrer Idee drückt sich nicht in der Konkretheit Ihrer Perspektiven aus.” Kein Deal. Rouven nahm es sportlich. Schraubt er halt weiter an seinen Brettern. Surfen ist eh gesünder als Schampus.Den Sommer rettenFür Carsten Maschmeyer war sie eine “Bilderbuch-Gründerin”. Einen selbst erinnerte die 27-jährige Denise eher an die Streber früher in der Schule, die nach jedem Test rumjammerten und dann doch jedesmal die volle Punktzahl absahnten. Sie habe für Summersaver sogar eine Partnerschaft aufgegeben, erzählte die ehemalige BWL-Studentin stolz. Der Stick soll Frauen, deren Oberschenkel-Innenseiten aneinanderreiben, den Sommer retten. Daher der Name.Der männliche Teil der Jury begriff das Problem zwar nur rudimentär, verfolgte das geschäftstüchtige Gebaren der Blondine aber ausgesprochen wohlwollend. Inhaltliche Nachfragen kamen von Judith Williams. Was ist drin? Gab es Tests? Wie viele Sticks wurden schon verkauft? Da schoss noch mehr opportunistische Energie in die Karrierefrau, denn Tests gab es noch keine (“Möchte ich auf jeden Fall noch machen”) – und der Verkauf, nun ja: 300 Stück. Ralf Dümmel griff trotzdem zu. Er sah schon den Aufsteller bei Rossmann in der Form eines überdimensionalen Sticks. “Ich bin megaemotional gerade”, sagte Denise. Ist klar.AF_DHDL SummersaverNo-Deal der WocheZwei Techno-Veteranen aus Dresden machen jetzt in “Pflaster-Portemonnaies”. Der eine, Christian, stellte sich als “Privatier” vor. Er lebe von den Miet- und Pachteinnahmen seiner Immobilien. Da gingen bei den Investoren schon mal die Mundwinkel runter und die Augenbrauen hoch. “Aha”, fragte Carsten Maschmeyer spitz, “dann haben Sie die 100.000 Euro, die Sie von uns wollen, doch sicher selbst, oder nicht?”Damit hatte er ins Schwarze getroffen. Denn bis zum Schluss blieb unklar, was die beiden älteren Herren in der “Höhle der Löwen” eigentlich wollten. Ernsthaft einen Investoren suchen, der ihre mäßig originelle Erfindung – Geldbeutel zum Aufkleben – unterstützte? Oder nutzten sie DHDL nur als Werbefenster wie schon viele Kandidaten vor ihnen? Und so langweilten sich Löwen und Gründer gegenseitig. Ein bisschen Geplauder darüber, ob das Geld beim Baden nass wird und ob das schlimm ist oder nicht. Oder ob das Abziehen des Portemonnaies auf Kleidung Rückstände hinterlässt. “Bei mir kommt keine Begeisterung auf”, resümierte Dagmar Wöhrl. Abschließender Verdacht: Christian und Axel haben selbst keinen Bock auf ihr Produkt.
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Author : Mark Stöhr

Publish date : 2021-05-24 20:55:00

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